
Selbst organisierter Austausch
Generell gibt es auch die Möglichkeit ohne die Zwischenschaltung einer Organisation eine öffentliche High School in den USA zu besuchen. Hierbei ist es jedoch nötig, selbst einen Schulplatz oder auch eine Gastfamilie zu finden. Die eigenständige Planung wird daher vorwiegend gewählt, wenn bereits Kontakte in die USA, beispielsweise in Form von Freunden, Verwandten oder Briefpartner, bestehen. Der wesentliche Unterschied zum Austausch über eine Organisation besteht in den Formalitäten, die es zu beachten gilt:
• Die gastgebende Schule muss beim US Citizenship and Immigration Service (USCIS) die Teilnahme am Student and Exchange Visitor Program (SEVP) beantragt haben. Erst wenn die Schule am SEVP teilnimmt, kann sie das Visumsvordokument I-20 ausstellen. Dieses Formular benötigt der Schüler/die Schülerin, um in Deutschland das Visum F-1 zu beantragen.
• Die Beantragung eines Visum sollte mindestens drei Monate vor der Abreise statt finden.
• Auch für einen umfassenden Versicherungsschutz muss rechtzeitig gesorgt werden.
• Öffentliche Schulen sind gesetzlich verpflichtet ein angemessenes Schulgeld zu erheben. Je nach Schulbezirk beträgt dies zwischen $ 4,900 und $ 12,500 pro Jahr. Ein glaubwürdiger Nachweis über die Zahlung des Schulgeldes muss vorliegen, bevor das Visum ausgestellt wird.
Generell gilt die Regel, mit der gründlichen Planung des Austauschjahres frühzeitig zu beginnen. Bei der eigenen Planung fällt die Vor- und Nachbereitung durch einen etablierten Anbieter weg. Daher ist es besonders wichtig, sich durch Bücher, Filme und Gespräche mit ehemaligen Austauschschülern ausreichend vorzubereiten. Zu beachten ist auch, dass bei Behördengängen die Hilfe durch die Organisation und ein Netzwerk von amerikanischen Betreuern während des Aufenthaltes weg fällt. Der Wechsel der Schule oder der Gastfamilie ist nur in den seltensten Fällen möglich.
Es kann vorkommen, dass die amerikanischen High Schools ablehnend auf eine direkte Anmeldung reagieren. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die direkte Platzierung über eine Organisation vornehmen zu lassen. Auch sind einige Austauschorganisationen nach Absprache bereit, selbst ausgesuchte Gasteltern zu akzeptieren und in ihr Programm aufzunehmen. Dann können die Formalitäten über die Austauschorganisation abgewickelt werden. Der Schüler zahlt hierbei statt des Schulgeldes den Programmpreis an die Organisation. Es ist zu beachten, dass in diesem Fall der Schüler/die Schülerin NICHT mit der Gastfamilie verwandt sein darf!
Christian Gundlach, Sylvia Schill: Ein Schuljahr in den USA und weltweit. ISBN 978-3-930902-12-5 / EUR 16,90.
Thomas Terbeck: Handbuch Fernweh. Der Ratgeber zum Schüleraustausch. ISBN 978-3-935897-19-8 / EUR 18,50.
ABI Aktion Bildungsinformation e.V.: Schuljahres-Aufenthalte in den USA. ISBN 978-3-88720-043-5