Culture Shock

Was ist ein culture shock?

Fast jeder Deutsche erlebt einen culture shock wenn er für längere Zeit in die USA geht. Alles ist anders, die Sprache, das Essen, die Menschen. Der Kulturschock kommt von dem Gefühl, plötzlich einfach nicht mehr zu wissen, wie man gewisse Dinge in der neuen Umgebung tut und was angemessenes Verhalten in bestimmten Situationen bedeutet.

Besonders schwierig wird es, wenn man sich nicht bewusst ist, dass man unter einem culture shock leidet. Man merkt zwar, dass man traurig, einsam und ständig gereizt ist, und dass einfach alles schief zu laufen scheint, aber es ist einem nicht unbedingt klar, dass das eine ganz normale Reaktion ist, wenn man versucht, sich in ein neues Umfeld einzufügen. In der Regel setzt der Kulturschock nach ein paar Wochen ein, wenn die Hektik und die Aufregung der ersten Zeit vorbei ist.

Anzeichen für einen culture shock sind:

  • Besorgnis wegen eigentlich geringfügiger körperlicher Beschwerden
  • Übermäßige Wut über kleine Rückschläge
  • Der plötzliche Wunsch, nach Hause zurück zu kehren
  • Schlafstörungen
  • ungewöhnlich starke Stimmungsschwankungen und der plötzliche Wunsch, einfach in Ruhe gelassen zu werden
  • Das Gefühl zu haben, daheim und im Heimatland sei sowieso alles besser
  • Unfähigkeit auch kleinste Problemsituationen zufriedenstellend zu meistern
  • Verlust von Selbstbewusstsein
  • Das Gefühl im neuen Land verloren zu sein, nicht beachtet oder von allen unfair behandelt zu werden

Auch eine generell fröhliche und offene Art und eine gesunde Portion guter Wille schützen nicht vor einem Kulturschock, obwohl diese Eigenschaften dabei helfen, mit dem Kulturschok umzugehen und ihn zu überwinden. Bei manchen schlägt der Kulturschock härter zu als bei anderen, aber fast jeder, ist zu irgendeinem Zeitpunkt davon betroffen.

Beim Prozess des ‚Ankommens im Austauschland’ unterscheidet man gewöhnlich in folgende vier Phasen

·        Erste Phase -Der Honeymoon: Du fühlst dich fantastisch. Du merkst, dass du gut genug Englisch sprichst, um dich zurechtzufinden, die neuen Orte sind interessant, die Menschen freundlich, und du hast das Gefühl, dass dir eine unglaublich tolle Zeit bevorsteht. Diese Zeit nennt man auch die "honeymoon"Phase, da alles neu und aufregend erscheint. Hörst du, wie sich andere Austauschstudenten, die schon länger vor Ort sind, beklagen, fühlst du dich jetzt vielleicht, als hättest du es geschafft, dich viel schneller und besser einzufügen und anzupassen als sie. Kann das in einigen Fällen eventuell durchaus stimmen, folgt bei den meisten dann doch noch eine Phase, in der alles gar nicht mehr so rosig erscheint.

·        Zweite Phase - Die Krise: Du beginnst, sehr sensibel auf kleinere Probleme und Schwierigkeiten in deinem Alltag zu reagieren.. Plötzlich erlebst du Gefühle wie Unzufriedenheit, Ungeduld, Wut und Niedergeschlagenheit und fühlst dich frustriert. Du bist nicht mehr der interessante, ausländische Besucher; das anfängliche große und schmeichelhafte Interesse deiner Umgebung an dir hat sich gelegt. Du stellst fest, dass einige der Amerikaner, die sich für dich ‚als Deutsche(r)’ ausgefragt haben, an dir als Person viel weniger interessiert sind. Du fühlst dich ignoriert und missverstanden und irgendwie fehl am Platz. Dies ist die schwierigste Phase eines Auslandsaufenthalts.

·        Dritte Phase - Das Ankommen: Langsam gewöhnst du dich an diese neue Situation und daran, dass das Kontakte knüpfen und aufrechterhalten in den USA genau wie in Deutschland einige Mühe und Geduld erfordert. Doch erste Erfolge zeigen sich hier, wie auf den anderen Gebieten. Du gewinnst deinen Humor wieder und merkst, wie sehr sich dein English in den letzten Wochen verbessert hat und wie gut du mittlerweile bereits mit der Amerikanischen Lebensart zurechtkommst. Wahrscheinlich gefällt dir nicht alles an deinem Gastland, aber du hast ein paar Freunde gefunden und Dinge, die dir Freude machen. Du merkst, dass ein Jahr eigentlich viel zu kurz ist und dass es noch so viele Dinge gibt, die du vor deiner Abreise unternehmen und sehen willst..Jetzt ist es an der Zeit Pläne zu machen und diese auch in die Tat umzusetzen!

·        Vierte Phase - Der Reverse Culture schock: Der umgekehrte Kulturschock ereignet sich, wenn du wieder nach Deutschland zurückkehrst. Du hast unter Umständen den Eindruck, dass nichts mehr genauso ist wie zuvor. Oder aber, du hast das Gefühl, nichts habe sich geändert, ausser du selbst. Dein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten hat dich verändert und wachsen lassen, während die Entwicklung deiner Freunde und Familie viel weniger deutlich ist. Einige von ihnen haben vielleicht sogar Schwierigkeiten, das neue ‚Du’ zu akzeptieren. Wie alle Phasen zuvor geht auch diese Zeit vorbei. Du hast dazugelernt und dich verändert, das lässt sich nicht rückgängig machen und ist auch gut so. Schon bald wirst du dich auch zu Hause wieder einfügen und zurechtfinden. Erst dann wirst du wirklich merken, wie sehr dich dein Aufenthalt in den USA tatsächlich bereichert hat.

Obwohl der Kulturschock besonders in der Krisenphase natürlich unangenehme Gefühle auslöst, zeigt er auch an, dass man sich gerade in einer Situation befindet, in der es unglaublich viel zu lernen gibt, sowohl über das unbekannte Land und seine Kultur, als auch über sich selbst. Sich diese positive Seite des culture shock immer wieder bewusst zu machen, sowie die Tatsache, dass fast jeder mit dem culture shock zu kämpfen hat, bevor der Gewinn sichtbar wird, kann dabei helfen, die schwierige Phase zu überstehen.

Wie man mit dem Kulturschock umgeht:

Folgende Tipps können dabei helfen, mit dem Stress fertig zu werden, der mit dem Umzug in eine neue Umgebung und insbesondere in ein fremdes Land einhergeht:

  • Suche dir ein Hobby; trete einem Club bei.
  • Habe Geduld. Es wird dauern, wirklich in den USA anzukommen.
  • Bleibe körperlich aktiv. Regelmäßige Spaziergänge, Laufen, Schwimmen, oder die Teilnahme an einem Sportkurs werden dir helfen, dich besser zu fühlen..
  • Versuche dich regelmäßig bewusst zu entspannen. Wenn es dich interessiert, versuche Yoga oder Meditation, um deinen Stress zu mildern.
  • Auch wenn du viel zu tun hast, bleibe mit Freunden von zu Hause in Kontakt. Das wird dir die Sicherheit geben, dass du auch daheim immer noch dazu gehörst, und dich gegen Gefühle der Einsamkeit gefeit machen, die dich eventuell gelegentlich übermannen.
  • Suche bewusst Situationen, in denen du mit Amerikanern in Kontakt kommst - auch außerhalb des Unterrichts, oder der Arbeit. Jeder Kontakt wird dir helfen dein Englisch zu verbessern und dich zu integrieren.
  • Melde dich als freiwilliger Helfer in einer sozialen Einrichtung oder einer Campus-Gruppe.
  • Verbringe regelmäßig Zeit mit anderen Ausländischen Praktikanten, Studenten, Au Pairs oder Schülern. Sie werden deinen Horizont noch zusätzlich erweitern und kulturelle Unterschiede in die rechte Perspektive rücken.
  • Setze dir Ziele, die du auch erreichen kannst und mache dir deine Fortschritte bewusst, auch wenn sie dir klein erscheinen.
  • Versuche zu lernen mit Dingen zu leben, mit denen du nicht 100% zufrieden bist.
  • Vertraue dir und deinem Selbstbewusstein. Mache Pläne und setze sie in die Tat um.
  • Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr alleine mit deinen Problemen klarkommst, suche dir Hilfe bei einer Beratungsstelle an deiner Schule, Universität oder Arbeitsstelle.

Für ein paar mehr Infos, Beispiele und persönliche Erfahrungen zum Thema Kulturschock, siehe die folgenden Youtube Videos der Columbia University Business School, 2008, zum Thema ‚The International Student experience’.