Campus Life

Lass dich nicht täuschen: Auch wenn man an den meisten US Universitäten nur 3-5 Kurse pro Semester belegt, ist das Studium häufig sehr zeitintensiv, da besonders in den Geisteswissenschaften ein großes Lesepensum, viele Tests und regelmäßige schriftliche Arbeiten gefordert werden. Und dennoch, US Universitäten sind auch dafür bekannt, ein besonders reiches Campusleben zu bieten. Man arbeitet nach dem Prinzip, dass Lernen nicht nur im Klassenraum oder den eigenen Vier Wänden stattfindet, sondern dass eine Universität ein Ort sein sollte, der seine Studenten in vielen verschiedenen Bereichen ‚bildet’ und zu aktiven, interessierten und engagierten Persönlichkeiten erzieht.

Für viele deutsche Studenten ist gerade aufgrund dieses Prinzips der ganzheitlichen Lehre und dem daraus resultierenden vielseitigen Angebot das Studium an einer Amerikanischen oder Kanadischen Universität besonders attraktiv. In dieser Sektion soll es deshalb um so grundlegende Dinge wie Clubs und Organisationen, Musik und Kultur, Sport und Greek Life an Amerikanischen Universtiäten gehen.


1. Clubs und Organisationen

Viele US-Universitäten haben hunderte von Clubs, Gruppen und Vereinigungen, denen man beitreten kann, je nachdem welche Interessen man hat. Von Clubs der verschiedenen akademischen Departments, die Lesungen, Networking, Diskussionsgruppen und Ähnliches bieten, gibt es unzählige nicht direkt studienbezogene Clubs, in denen sich religiöse, politische, soziale, kulturelle Gruppen jeder Art treffen können. Zusätzlich gibt es Wanderclubs, Brettspielclubs, Sportteams, Musikgruppen, Theatergruppen, Filmclubs. Kurz - für jeden Geschmack etwas! Einem oder mehreren solchen Clubs beizutreten erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, Leute zu treffen und Freunde zu finden, viele Clubs organisieren auch besondere Events, die mit dem gemeinsamen Interessensbereich zu tun haben.

Viele Universitäten sind auch gerne bereit, Studenten bei der Gründung neuer Clubs zu unterstützen, solange es noch keine vergleichbare Vereinigung gibt. Alles - von der Malerei, über Radrennen bis hin zu einer Vorliebe für Asiatische Filme - kann Studenten zusammenbringen und zu einer Clubgründung führen. Die meisten Universitäten listen schon auf ihrer Startseite alle offiziellen Clubs und Links auf deren Clubseiten auf.

 

2. Musik und Kultur

Da viele Amerikanische Universitäten in Studentenstädten liegen, in denen die Studenten, Professoren und Universitätsangestellten einen bedeutsamen Teil der Bevölkerung ausmachen, zentrieren sich viele kulturelle Veranstaltungen ebenfalls auf den Campus. Universitäten unterstützen nicht nur Studentenchöre oder Theatergruppen, viele Universitäten laden auch regelmäßig Künstler, Musiker, Tanz- und Theatergruppen von außerhalb ein, die dann Vorstellungen geben, die für Studenten zu sehr günstigen Preisen besucht werden können. Wenn du die Zeit findest, nutze diese Gelegenheit.

 

3. Sport

Hast du ein besonderes sportliches Talent, oder auch nur Interesse daran, dich fit zu halten, wirst du an einer US Amerikanischen Universität zahlreiche Möglichkeiten finden Sport zu treiben, und zwar auf verschiedenen ‚Professionalitätsleveln’. Weit verbreitete Sportarten sind natürlich Football, Basketball, Fußball, Baseball, Softball, Feld- und Eishockey, sowie Schwimmen, Golf, Ringen, Leichtathletik und Tennis. Aber auch ausgefallenere Sportarten wie Cricket, Ultimate Frisbee, Squash, Rugby, Bouldering, Reiten und vieles mehr, wird angeboten. 

 

Varsity Sports

Viele US Universitäten, besonders große Staatliche Schulen, haben aus langer Tradition heraus starke Sportteams, die vom College nach allen Möglichkeiten unterstützt werden. Athleten, die mit varsity teams, also Universitätsauswahlmanschaften an nationalen Wettkämpfen teilnehmen, werden häufig speziell aufgrund ihrer Leistungen in diesem einen Sport für die Universität angeworben und erhalten Sportstipendien. Zumindest theoretische gibt es auch hier natürlich immer die Möglichkeit, erst mit Beginn oder im Verlauf des Studiums dazuzustoßen. Häufig sind das Leistungsniveau und die Trainingszeit allerdings so hoch, dass diese Teams für Freizeitsportler schwer bis gar nicht zugänglich sind. Natürlich bleibt dann immer die Möglichkeit, sich die Spiele der eigenen Mannschaften anzusehen. In den USA sind besonders Football-, Basketball- und Baseballspiele Großereignisse, die man sich als ausländischer Student unbedingt einmal ansehen sollte, zumal der Eintritt für Studenten meist kostenlos ist. Um selbst in Bewegung zu bleiben, kann man zusätzlich einer Mannschaft beitreten, die sich auf weniger professionellem Level bewegt.

 

Club/Intramural

Studenten die ein Interesse und ein Talent für eine bestimmte Sportart haben, aber nicht in Uniauswahlmannschaften auf Nationalem Level antreten wollen oder können, können sich Club Teams anschließen und mit diesen an Wettkämpfen mit anderen Universitäten aus der Region teilnehmen. Auch hier unterstützt die Universität ihre Sportler mit Fahrtkosten- und Ausrüstungszuschüssen. Allerdings erhalten Club-Sportler in der Regel keine Stipendien.

 

Möchte man ein Sportart neu beginnen, bzw. diese nur zum Spaß und als körperlichen Ausgleich zum anstrengenden Unialltag ausüben, gibt es noch eine dritte Möglichkeit: den sogenannten ‚Intramural’ Sport, also Uni-Interne Sportgruppen, die sich meist selbst organisieren und gelegentlich in Freundschaftsspielen oder Turnieren gegen andere Teams der eigenen Universität antreten.

 

Sporteinrichtungen für Studenten

Will man gar nicht an organisiertem Sport teilnehmen, so bleiben einem an Amerikanischen Universitäten immer noch die Sporteinrichtungen für Studenten offen. Fitnessstudios und Schwimmbäder sind oft lange auf und für Studenten völlig kostenlos.

 

4.4 Greek Life

Die meisten Amerikanischen Colleges haben mehrere verschiedene Fraternity- und Sorority-Häuser, die das sogenannte ‚Greek System’ bilden, da jedes Haus mit zwei bis drei Griechischen Buchstaben benannt ist. Es gibt sowohl soziale Greek Organizations, als auch solche, die sich nach Fachgebieten organisieren, wie zum Beispiel Medizin, Jura etc. An einigen Universitäten gibt es neben den nach Geschlechtern getrennten Häusern auch sogenannten Societies, die oft weniger traditionell und deshalb für Mitglieder beiderlei Geschlechts offen sind.

Vieles, was man in Deutschland von Fraternities und Sororities hört, bzw. aus einschlägigen Filmen (z.B., ‚Animal House’, ‚Natürlich Blond’, ‚Greek’ etc.) kennt, ist wahr. Es gibt viele Parties, bei denen, ob dies das College offiziell erlaubt, oder nicht, häufig viel getrunken wird, und bei denen es auch sonst des Öfteren recht heiß hergeht. Aber in Fraternities und Sororities geht trotzdem um mehr als darum, möglichst viel zu trinken und regelmäßig jemanden abzuschleppen. Greek Organizations leisten häufig auch freiwillige Arbeit in der Gemeinde, sammeln Geld für wohltätige Zwecke und organisieren Events auf dem Campus.

Ob es für Austauschstudenten möglich ist, einer Sorority oder einer Fraternity, bzw. einer Society beizutreten, hängt von deren ganz eigenen Regelungen ab. Bist du am Greek Life interessiert, lohnt es allerdings, sich frühzeitig zu erkundigen, da Neueinsteiger häufig ein Semester lang verschiedene Arten von Tests und Proben bestehen bzw. Aufgaben für ihre zukünftigen Mitbrüder und -schwestern erledigen müssen, bevor sie als offizielle Mitglieder aufgenommen werden. Greek Organizations bieten feste Gemeinschaften und viel Gelegenheit zu gemeinschaftlichen Aktivitäten, was vielen Studenten zusagt, andere abschreckt. Was man jedoch nicht vergessen sollte ist, dass in fast allen Fraternities und Sororities Mitgliedsbeiträge fällig werden, die mitunter nicht unbeträchtlich sind.

Greek Parties

Häufig sind Greek Parties tatsächlich so, wie sie in Filmen dargestellt werden. Häufig bieten sie Studenten die einzige Möglichkeit mit Musik und Alkohol auszugehen. Greek Parties sind legendär, aber sie können auch gefährlich sein. Universitäten, die Probleme mit solchen wilden Parties hatten, haben teilweise Alkoholkonsum auf dem Campusgelände völlig verboten. Unfälle, Fälle von sexueller Gewalt oder gar Todesfälle, die mit Alkohol, Drogen und Greek Parties in Verbindung stehen, gibt es in den USA immer wieder, besonders auch, da viele Amerikanische Studenten bevor sie mit dem Studium beginnen selten bis gar nicht getrunken haben, da das gesetzliche Alkoholverbot bekannterweise bis 21 gilt. Diese Altersgrenze sollte man auch als Deutscher unbedingt im Auge behalten.